Rundshow – ein spannender Praxistest

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Logo rundshow.deMorgen ist es soweit: Am 14. Mai 2012 um 23.15 Uhr wird  das erste Mal die neuen Fernsehsendung Rundshow des  Bayerischen Fernsehens ausgestrahlt.  Ich bin sehr gespannt. Denn die Rundshow ist der ambuitionierte und transparente Versuch, das lineare Medium Fernsehen mit den interaktiven sozialen Netzwerken zu verknüpfen. Potenzielle Zuseherinnen und Zuseher waren von Beginn an über Facebook, Twitter,   google+,Blog und der eigens für die Sendung etnwickelten App “Die Macht” in die Entstehung der neuartigen Sendung eingebunden. Sie haben den direkten Draht in die Sendung – Fernsehen zum Anfassen nennen das die Macher der Rundshow.

Ich bin auch deshalb gespannt, weil ein ähnliches Projekt im ORF nicht von langer Lebensdauer war: “Contra, der Talk” wurde Ende 2011, nach nur acht Monaten auf Sendung, wieder eingestellt.

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Der österreichische Frühling

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Die “Berliner Zeitung” nennt den Protest von mehr als 1300 ORF-Redakteurinnen und -Redakteuren gegen die Bestellung des ehemaligen Stiftungsrates Nikolaus Pelinka zum Büroleiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz “österreichischen Frühling”. In Anlehnung an den arabischen Frühling – das Synonym für den Sturz der Diktatoren in Tunesien, Algerien und Ägypten vor genau einem Jahr. Die Analogie ist fragwürdig, weil beim Protest der ORF Journalisten niemand verletzt oder getötet wurde. Andererseits ist sie auch wieder gerechtfertigt: Wie in den arabischen Ländern hat das Web 2.0 beim Widerstand der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Rundfunk eine gewichtige Rolle gespielt.

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Rundumschlag

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“Pest oder Cholera” betitelt Tom Schimmeck, Autor des medienkritischen Buchs “Am besten nichts Neues” den Rundumschlag gegen die Journalisten, ihre Geltungssucht, ihre abgehobene Arbeitsweise, etc. Erschienen ist der vernichtende Befund auf vorwärts.de,

Spätestens, seit die ersten Herrscher Order gaben, ihr Antlitz auf Münzen zu prägen, war die Kunst der PR, der Public Relations geboren. Heute kann man dieses Handwerk in Crashkursen und an Hochschulen lernen. Parteien, Konzerne und Verbände, selbst manche Popstars, beschäftigen nun große Stäbe, um sich am Meinungsmarkt zu behaupten. Sie drechseln schlagkräftige Sätze, lancieren ihre Themen, kreieren Ereignisse – „Events“, an denen kein Medienmensch vorbeizukommen glaubt. Das Problem wäre zu verkraften, wenn es genügend Journalisten gäbe, die den Platz, die Zeit und die Ressourcen hätten, die Show immer wieder zu entzaubern.

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“Das Fernsehen hat keine Zukunft”

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“Das Fernsehen hat keine Zukunft” – zumindest das Fernsehen, wie wir es kennen. Judith Rakers, Fernsehjournalistin und -moderatorin, provoziert in einem Essay, zu dem sie auf “FOCUS Online” interviewt wurde. Fernsehen werde sich ins Internet verlagern, sagt sie, genauer gesagt in die sozialen Netzwerke:

“Wir werden abends heimkommen, unser Internet einschalten, sofort auf unser soziales Netzwerk kommen – vermutlich wird das Facebook sein. Dort werden wir von unserer virtuellen Freundesgruppe begrüßt, gratulieren schnell noch jemandem zum Geburtstag, haben ein Video als Sprachnachricht bekommen und sehen sofort, was unsere Freunde gerade machen: Wie sie kommunizieren, was sie gucken, ob sie sich zu einem Internet-Pokerturnier treffen, eine Tagesschau-Meldung kommentiert haben oder eine Sendung wie „Wetten, dass..?“ schauen. Die sozialen Gruppen werden eigene Inhalte und Sendungen anbieten und sie werden die Sendungen und Inhalte anderer Anbieter, also auch die der heutigen Sender, distribuieren.”

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… stark steigend

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Die Nutzerzahlen in sozialen Netzwerken sind beeindruckend. Noch eindrucksvoller wirken sie, wenn diese Zahlen in einer interaktiven Visualisierung dargestellt werden, zum Beispiel in  Gary Hayes’  “social media count” (gefunden auf politik.netzkompetenz.at):

 

Öffentlich-Rechtliches im griechischen Fernsehen

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Griechenland muss sparen und das geht auch am öffentlich-rechtlichen Fernsehen ERT nicht spurlos vorbei. Auf heftige Kritik stößt die Ankündigung von Medienminister Elias Mossialos, ET 1, einen der drei öffentlich-rechtlichen Fernsehkanäle des Landes, zusperren zu lassen. Aus diesem Grund setzte der Informationskanal der ERT, NET, am 7. Oktober eine zweistündige Live-Diskussion mit dem MMinister und Journalisten über den Wert von öffentlich-rechtlichem Fernsehen für die Demokratie und die Kultur an (ET 1 ist vor allem ein Kultursender). Zuspielungen aus verschiedenen Ländern informierten die Zuseher und Diskutanten über die Situation des öffentlich-rechtlichen Fernsehens anderswo.

Für mich war es eine große Ehre, als mich Mario Nottas, der griechische Projektkoordinator des preisgekrönten Universitätslehrgang „Quality Journalism and New Technologies“ fragte, ob ich in einer Live-Schaltung aus Salzburg das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Österreich präsentieren möchte. Es war auch eine Herausforderung, weil ich das in griechischer Sprache noch nie gemacht hatte. Und letztlich wurde es auch deshalb zur Herausforderung, weil mitten im Statement während der Live-Sendung der Rückkanal aus Athen zusammenbrach, so dass ich keine  Verbindung zum Moderator in Athen mehr hatte. Die Zuschauer haben davon zum Glück wenig mitbekommen:

Shhh! This is the New York Times

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“The Guardian” bietet ein WordPress-Plugin an, mit dem sich in wenigen Handgriffen viele Artikel der britischen Zeitung mit wenigen Handgriffen in Weblogs veröffentlichen lassen. “The Guardian” startet damit den ambitionierten Versuch, in der sich radikal ändernden Medienwelt neue Wege zu den Medienkonsumenten zu finden


Powered by Guardian.co.ukThis article titled “Shhh! This is the New York Times” was written by Peter Preston, for The Observer on Saturday 1st October 2011 23.04 UTC

Moviegoing journalists obsessed about the future of their trade (if there is one) will love Page One: Inside the New York Times (possibly showing at a non-multiplex near you). Some 97 minutes of balding men standing around worrying about their jobs. But non-journalists interested by this insider’s look at America’s most revered daily may notice quite other, counter-intuitive, things.

There are very few swashbuckling operators on view, mostly people sitting at computer terminals tapping boringly away. The offices, from department to department, are closed, silent places. Nobody laughs much.

When they’re not hitting a keyboard, NYT editors, section heads, deputies, assistants and associates move seamlessly between endless meetings.What shall we put on the front page today? That’s the 10.30am conference question. When will the media correspondent deliver his touted Chicago scoop? I’ll stay at home for a week to write it, he says.

No one talks about what will sell more copies, make bigger waves, kick over hornet’s nests. Or about how stories are laid out and projected. The scoop that took a week to write debuts downpage, then wends its lugubrious way inside.

To non-American eyes, the Times seems more compiled than edited, columns assembled as though in some cathedral, voices hushed as Pulitzer prizes are announced. Even the 100 redundancies promulgated here would seem to leave 1,150 journalists gainfully employed, roughly double the number on the Guardian, Telegraph and Times. What are they all doing? Asking how long their jobs will last.

guardian.co.uk © Guardian News & Media Limited 2010

Published via the Guardian News Feed plugin for WordPress.

Wellenbrecher gegen die Informationsflut

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Die Informationsflut, der wir uns ständig ausgesetzt sehen, lässt eine journalistische Tätigkeit immer wichtiger werden: “Die Informationsflut im Internet fordert die Journalisten heraus. Sie müssen mehr denn je fremde Inhalte sichten, aufbereiten und in einen Zusammenhang stellen. Wenn sich Journalisten in die Rolle des Mehrwert schaffenden Kurators begeben, entsteht eine neue Form des Storytellings.”  [onlinejournalismus.de]

Kuratieren lautet die in Museen geläufige, in Redaktionen eher noch unbekannte Tätigkeit. Oder wie es Medientheoretiker Jeff Jarvis formuliert: “Cover what you do best. Link to the rest.”

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Zur Zukunft des Journalismus

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Richard Gutjahr – Reporter, Fernsehmoderator, Blogger – ist ein erfahrener Wanderer zwischen der alten Welt der traditionellen Massenmedien und der neuen Medienwelt der Communities, der sozialen Netzwerke und der Multimediajournalisten. Insofern ist es interessant zu hören, wie Richard Gutjahr die Zukunft des Journalismus einschätzt.

Beim Tag des Wirtschaftsjournalismus an der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft am 30. März 2011 hat er folgendes Interview gegeben:

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TV als Begleitmedium des Internet?

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Der neue Trend: gleichzeitig Fernsehen und Internet nutzen“Das Fernsehen ist tot. Es lebe das Fensehen!” Newsroom.at freut sich: Erfahrungen aus den USA zeigten, dass das Internet das klassische Fernsehen nicht umbringe. “Das Web als Sargnagel des TV? Es sieht nicht danach aus” sind diese Erkenntnisse betitelt:

In Amerika passiert alles ein bisschen früher, sagt man. Vor allem in der Medienentwicklung. Und was geschieht dort? Eine Art Comeback des Fernsehens. Das Internet könne ein Freund des Fernsehens sein, stellte die “New York Times” bereits vor einem Jahr fest. Der Trend: Man sieht fern und ist dabei online beziehungsweise umgekehrt. Während der Oscar-Verleihung im vergangenen Jahr surften zum Beispiel 13,3 Prozent der Zuschauer parallel im Internet (2009: 8,7 Prozent). Die meisten davon riefen Seiten wie Facebook, Google oder Yahoo auf, wie die Marktforscher von Nielsen feststellten.

Das hört ein Fernsehmacher gerne. Der Journalist in ihm fragt aber auch: Was wird aus den journalistisch aufbereiteten Inhalten im Fernsehen? Aus den Nachrichtensendungen etwa oder auch den politischen Magazinen, von deren schwindender Bedeutung das Fachmagazin MESSAGE in seiner jüngsten Ausgabe (I 2011) berichtet.

Reichweiten sinken seit Jahrzehnten

Denn die Indizien, die newsroom.at für die Renaissance des Fernsehens als Livestream-Lieferant für Online-Diskussionen nennt, betreffen eine nie in Frage gestellte Stärke von Broadcast: Mit einer Übertragung können Millionen Zuseher erreicht werden, ohne dass Leitungsnetze wegen zu geringer Bandbreite zusammen brechen:

[...] die Verleihung des wichtigen Musikpreises Grammy hatte kürzlich die höchste Quote seit elf Jahren (26,7 Millionen Zuschauer; Vorjahr: 25,9 Millionen). Und die Oscars verzeichneten 2010 mit 41,3 Millionen Zuschauern die höchste US-Quote seit fünf Jahren. Die diesjährige Gala geht an diesem Wochenende über die Bühne.
Die These vom TV-Comeback: In Deutschland, wo König Fußball vergangenes Jahr zu einem Einschaltquotenrekord führte (31,1 Millionen Fans beim WM-Halbfinale Deutschland-Spanien), kommt ein weiteres Phänomen hinzu: Hierzulande steigt der Fernsehkonsum. 223 Minuten sah im Jahr 2010 jeder Mensch in Deutschland täglich fern. Statistisch.

Wobei das zuletzt angeführte Argument mit Vorsicht zu genießen ist. Denn die Reichweitenforschung des ORF zeigt, dass die Zahl der Menschen, die Fernsehen konsumieren, in Österreich seit vielen Jahren kontinuierlich abgenommen hat: 1991 haben alle Fernsehprogramme zusammen noch 71,4 Prozent der Menschen im Bundesgebiet erreicht, 2000 waren es 66,9 %, 2009  noch 61,6 %:

(c) ORF Medienforschung, dort ist die gesamte Studie abrufbar

Tatsächlich:  von 2009 auf 2010 ist hierzulande die Tagesreichweite leicht gestiegen, sie blieb aber unter dem Wert von 2008. Angesichts dieser Zahlen frage ich mich, ob schon von einer Trendumkehr (in unseren Breiten – Zahlen aus den USA kenne ich nicht ausreichend gut) gesprochen werden darf.

… und die Zukunft der Fernsehjournalisten?

Bei newsroom.at ist die Rede von Live-Events, von Sportübertragungen und Promi-Galas als Chance für eine Koexistenz von Fernsehen und Internet. Was aber ist mit den Fernsehsendungen, die von Journalisten gestaltet werden? Haben die in den Fernsehprogrammen der Zukunft noch ihren Platz oder werden Redaktionen aus Kostengründen weiter personell verkleinert, werden weiter Sendezeiten gekürzt, Sendeplätze aus dem Hauptabendprogramm in die Nacht verschoben  und irgendwann …

 

 

 

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