TV als Begleitmedium des Internet?

Der neue Trend: gleichzeitig Fernsehen und Internet nutzen„Das Fernsehen ist tot. Es lebe das Fensehen!“ Newsroom.at freut sich: Erfahrungen aus den USA zeigten, dass das Internet das klassische Fernsehen nicht umbringe. „Das Web als Sargnagel des TV? Es sieht nicht danach aus“ sind diese Erkenntnisse betitelt:

In Amerika passiert alles ein bisschen früher, sagt man. Vor allem in der Medienentwicklung. Und was geschieht dort? Eine Art Comeback des Fernsehens. Das Internet könne ein Freund des Fernsehens sein, stellte die „New York Times“ bereits vor einem Jahr fest. Der Trend: Man sieht fern und ist dabei online beziehungsweise umgekehrt. Während der Oscar-Verleihung im vergangenen Jahr surften zum Beispiel 13,3 Prozent der Zuschauer parallel im Internet (2009: 8,7 Prozent). Die meisten davon riefen Seiten wie Facebook, Google oder Yahoo auf, wie die Marktforscher von Nielsen feststellten.

Das hört ein Fernsehmacher gerne. Der Journalist in ihm fragt aber auch: Was wird aus den journalistisch aufbereiteten Inhalten im Fernsehen? Aus den Nachrichtensendungen etwa oder auch den politischen Magazinen, von deren schwindender Bedeutung das Fachmagazin MESSAGE in seiner jüngsten Ausgabe (I 2011) berichtet.

Reichweiten sinken seit Jahrzehnten

Denn die Indizien, die newsroom.at für die Renaissance des Fernsehens als Livestream-Lieferant für Online-Diskussionen nennt, betreffen eine nie in Frage gestellte Stärke von Broadcast: Mit einer Übertragung können Millionen Zuseher erreicht werden, ohne dass Leitungsnetze wegen zu geringer Bandbreite zusammen brechen:

[…] die Verleihung des wichtigen Musikpreises Grammy hatte kürzlich die höchste Quote seit elf Jahren (26,7 Millionen Zuschauer; Vorjahr: 25,9 Millionen). Und die Oscars verzeichneten 2010 mit 41,3 Millionen Zuschauern die höchste US-Quote seit fünf Jahren. Die diesjährige Gala geht an diesem Wochenende über die Bühne.
Die These vom TV-Comeback: In Deutschland, wo König Fußball vergangenes Jahr zu einem Einschaltquotenrekord führte (31,1 Millionen Fans beim WM-Halbfinale Deutschland-Spanien), kommt ein weiteres Phänomen hinzu: Hierzulande steigt der Fernsehkonsum. 223 Minuten sah im Jahr 2010 jeder Mensch in Deutschland täglich fern. Statistisch.

Wobei das zuletzt angeführte Argument mit Vorsicht zu genießen ist. Denn die Reichweitenforschung des ORF zeigt, dass die Zahl der Menschen, die Fernsehen konsumieren, in Österreich seit vielen Jahren kontinuierlich abgenommen hat: 1991 haben alle Fernsehprogramme zusammen noch 71,4 Prozent der Menschen im Bundesgebiet erreicht, 2000 waren es 66,9 %, 2009  noch 61,6 %:

(c) ORF Medienforschung, dort ist die gesamte Studie abrufbar

Tatsächlich:  von 2009 auf 2010 ist hierzulande die Tagesreichweite leicht gestiegen, sie blieb aber unter dem Wert von 2008. Angesichts dieser Zahlen frage ich mich, ob schon von einer Trendumkehr (in unseren Breiten – Zahlen aus den USA kenne ich nicht ausreichend gut) gesprochen werden darf.

… und die Zukunft der Fernsehjournalisten?

Bei newsroom.at ist die Rede von Live-Events, von Sportübertragungen und Promi-Galas als Chance für eine Koexistenz von Fernsehen und Internet. Was aber ist mit den Fernsehsendungen, die von Journalisten gestaltet werden? Haben die in den Fernsehprogrammen der Zukunft noch ihren Platz oder werden Redaktionen aus Kostengründen weiter personell verkleinert, werden weiter Sendezeiten gekürzt, Sendeplätze aus dem Hauptabendprogramm in die Nacht verschoben  und irgendwann …

 

 

 Der neue Trend: gleichzeitig Fernsehen und Internet nutzen„Das Fernsehen ist tot. Es lebe das Fensehen!“ Newsroom.at freut sich: Erfahrungen aus den USA zeigten, dass das Internet das klassische Fernsehen nicht umbringe. „Das Web als Sargnagel des TV? Es sieht nicht danach aus“ sind diese Erkenntnisse betitelt:

In Amerika passiert alles ein bisschen früher, sagt man. Vor allem in der Medienentwicklung. Und was geschieht dort? Eine Art Comeback des Fernsehens. Das Internet könne ein Freund des Fernsehens sein, stellte die „New York Times“ bereits vor einem Jahr fest. Der Trend: Man sieht fern und ist dabei online beziehungsweise umgekehrt. Während der Oscar-Verleihung im vergangenen Jahr surften zum Beispiel 13,3 Prozent der Zuschauer parallel im Internet (2009: 8,7 Prozent). Die meisten davon riefen Seiten wie Facebook, Google oder Yahoo auf, wie die Marktforscher von Nielsen feststellten.

Das hört ein Fernsehmacher gerne. Der Journalist in ihm fragt aber auch: Was wird aus den journalistisch aufbereiteten Inhalten im Fernsehen? Aus den Nachrichtensendungen etwa oder auch den politischen Magazinen, von deren schwindender Bedeutung das Fachmagazin MESSAGE in seiner jüngsten Ausgabe (I 2011) berichtet.

Reichweiten sinken seit Jahrzehnten

Denn die Indizien, die newsroom.at für die Renaissance des Fernsehens als Livestream-Lieferant für Online-Diskussionen nennt, betreffen eine nie in Frage gestellte Stärke von Broadcast: Mit einer Übertragung können Millionen Zuseher erreicht werden, ohne dass Leitungsnetze wegen zu geringer Bandbreite zusammen brechen:

[…] die Verleihung des wichtigen Musikpreises Grammy hatte kürzlich die höchste Quote seit elf Jahren (26,7 Millionen Zuschauer; Vorjahr: 25,9 Millionen). Und die Oscars verzeichneten 2010 mit 41,3 Millionen Zuschauern die höchste US-Quote seit fünf Jahren. Die diesjährige Gala geht an diesem Wochenende über die Bühne.
Die These vom TV-Comeback: In Deutschland, wo König Fußball vergangenes Jahr zu einem Einschaltquotenrekord führte (31,1 Millionen Fans beim WM-Halbfinale Deutschland-Spanien), kommt ein weiteres Phänomen hinzu: Hierzulande steigt der Fernsehkonsum. 223 Minuten sah im Jahr 2010 jeder Mensch in Deutschland täglich fern. Statistisch.

Wobei das zuletzt angeführte Argument mit Vorsicht zu genießen ist. Denn die Reichweitenforschung des ORF zeigt, dass die Zahl der Menschen, die Fernsehen konsumieren, in Österreich seit vielen Jahren kontinuierlich abgenommen hat: 1991 haben alle Fernsehprogramme zusammen noch 71,4 Prozent der Menschen im Bundesgebiet erreicht, 2000 waren es 66,9 %, 2009  noch 61,6 %:

(c) ORF Medienforschung, dort ist die gesamte Studie abrufbar

Tatsächlich:  von 2009 auf 2010 ist hierzulande die Tagesreichweite leicht gestiegen, sie blieb aber unter dem Wert von 2008. Angesichts dieser Zahlen frage ich mich, ob schon von einer Trendumkehr (in unseren Breiten – Zahlen aus den USA kenne ich nicht ausreichend gut) gesprochen werden darf.

… und die Zukunft der Fernsehjournalisten?

Bei newsroom.at ist die Rede von Live-Events, von Sportübertragungen und Promi-Galas als Chance für eine Koexistenz von Fernsehen und Internet. Was aber ist mit den Fernsehsendungen, die von Journalisten gestaltet werden? Haben die in den Fernsehprogrammen der Zukunft noch ihren Platz oder werden Redaktionen aus Kostengründen weiter personell verkleinert, werden weiter Sendezeiten gekürzt, Sendeplätze aus dem Hauptabendprogramm in die Nacht verschoben  und irgendwann …

 

 

 Der neue Trend: gleichzeitig Fernsehen und Internet nutzen„Das Fernsehen ist tot. Es lebe das Fensehen!“ Newsroom.at freut sich: Erfahrungen aus den USA zeigten, dass das Internet das klassische Fernsehen nicht umbringe. „Das Web als Sargnagel des TV? Es sieht nicht danach aus“ sind diese Erkenntnisse betitelt:

In Amerika passiert alles ein bisschen früher, sagt man. Vor allem in der Medienentwicklung. Und was geschieht dort? Eine Art Comeback des Fernsehens. Das Internet könne ein Freund des Fernsehens sein, stellte die „New York Times“ bereits vor einem Jahr fest. Der Trend: Man sieht fern und ist dabei online beziehungsweise umgekehrt. Während der Oscar-Verleihung im vergangenen Jahr surften zum Beispiel 13,3 Prozent der Zuschauer parallel im Internet (2009: 8,7 Prozent). Die meisten davon riefen Seiten wie Facebook, Google oder Yahoo auf, wie die Marktforscher von Nielsen feststellten.

Das hört ein Fernsehmacher gerne. Der Journalist in ihm fragt aber auch: Was wird aus den journalistisch aufbereiteten Inhalten im Fernsehen? Aus den Nachrichtensendungen etwa oder auch den politischen Magazinen, von deren schwindender Bedeutung das Fachmagazin MESSAGE in seiner jüngsten Ausgabe (I 2011) berichtet.

Reichweiten sinken seit Jahrzehnten

Denn die Indizien, die newsroom.at für die Renaissance des Fernsehens als Livestream-Lieferant für Online-Diskussionen nennt, betreffen eine nie in Frage gestellte Stärke von Broadcast: Mit einer Übertragung können Millionen Zuseher erreicht werden, ohne dass Leitungsnetze wegen zu geringer Bandbreite zusammen brechen:

[…] die Verleihung des wichtigen Musikpreises Grammy hatte kürzlich die höchste Quote seit elf Jahren (26,7 Millionen Zuschauer; Vorjahr: 25,9 Millionen). Und die Oscars verzeichneten 2010 mit 41,3 Millionen Zuschauern die höchste US-Quote seit fünf Jahren. Die diesjährige Gala geht an diesem Wochenende über die Bühne.
Die These vom TV-Comeback: In Deutschland, wo König Fußball vergangenes Jahr zu einem Einschaltquotenrekord führte (31,1 Millionen Fans beim WM-Halbfinale Deutschland-Spanien), kommt ein weiteres Phänomen hinzu: Hierzulande steigt der Fernsehkonsum. 223 Minuten sah im Jahr 2010 jeder Mensch in Deutschland täglich fern. Statistisch.

Wobei das zuletzt angeführte Argument mit Vorsicht zu genießen ist. Denn die Reichweitenforschung des ORF zeigt, dass die Zahl der Menschen, die Fernsehen konsumieren, in Österreich seit vielen Jahren kontinuierlich abgenommen hat: 1991 haben alle Fernsehprogramme zusammen noch 71,4 Prozent der Menschen im Bundesgebiet erreicht, 2000 waren es 66,9 %, 2009  noch 61,6 %:

(c) ORF Medienforschung, dort ist die gesamte Studie abrufbar

Tatsächlich:  von 2009 auf 2010 ist hierzulande die Tagesreichweite leicht gestiegen, sie blieb aber unter dem Wert von 2008. Angesichts dieser Zahlen frage ich mich, ob schon von einer Trendumkehr (in unseren Breiten – Zahlen aus den USA kenne ich nicht ausreichend gut) gesprochen werden darf.

… und die Zukunft der Fernsehjournalisten?

Bei newsroom.at ist die Rede von Live-Events, von Sportübertragungen und Promi-Galas als Chance für eine Koexistenz von Fernsehen und Internet. Was aber ist mit den Fernsehsendungen, die von Journalisten gestaltet werden? Haben die in den Fernsehprogrammen der Zukunft noch ihren Platz oder werden Redaktionen aus Kostengründen weiter personell verkleinert, werden weiter Sendezeiten gekürzt, Sendeplätze aus dem Hauptabendprogramm in die Nacht verschoben  und irgendwann …

 

 

 

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