Zur Zukunft des Journalismus

Snow FallAls spektuakuläres Beispiel für das Potenzial digitalen Storytellings zeichnete die Jury des „Peacock Awards„, der am Grady College im US-Bundesstaat Georgia vergebenen Auszeichnung für elektronische Medien, „Snow Fall – the Avalanche at Tunnel Creek“ aus. Eine multimediale Erzählung, die im Dezember 2012 von der New York Times veröffentlicht und nicht nur von der Fachwelt begeistert aufgenommen wurde. Im Überschwang der Begeisterung war schon davon die Rede, das sei die Zukunft des Journalismus. Eine sehr eindrucksvolle Multimedia-Reportage als Hoffnung für eine krisengebeutelte Branche … das wird es wohl nicht werden. Aber „Snow Fall“ ist doch ein gutes Beispiel, wie attraktiver Journalismus im digitalen Zeitalter aussehen kann.

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Kein SocialTV ohne Second Screen

Screenshot: Samsung socialTV App

Die Vorstellung hat etwas für sich: Auf den linken zwei Dritteln des großen TV-Bildschirms flimmert das lineare Programm. Darüber unterhalten sich Zuseher mittels sozialem Netzwerk, die Mitteilungen werden im rechten Drittel des Bildschirms angezeigt. Damit wäre a) der Second Screen überflüssig und b) alle Inhalte sind übersichtlich auf einem Bildschirm angeordnet. Es bleibt aber beim wäre und könnte. Der Praxistest hat gezeigt, dass das Fernsehgerät, mag es auch noch so modern sein, ein Fernsehgerät bleibt. Und (noch ?) nicht zum interaktiven Social-TV-Erlebnis taugt. (mehr …)

Der Lehrmeister der guten Sprache hört auf

Als „das Gewissen der Journalisten, wenn es um gutes Deutsch ging“ bezeichnet der „StandardWolf Schneider, nachdem dieser im Kuratorium für Journalistenausbildung  in Salzburg am 5. Dezember 2012 seinen letzten Auftritt als Lehrer hatte.  Mit 87 Lebensjahren und nach 33 Jahren als Journalistenlehrer beschränkt sich Wolf Schneider nun auf das Schreiben von Büchern. Wer immer ihn als Lehrer erlebt hat, teilt meine Erfahrungen: Wolf Schneider ist ein Sprachpurist, kompromisslos in seiner Kritik.

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Langweilig, uninformiert und falsch

Warum Menschen immer weniger Zeitungen lesen, journalistische Berichterstattung geringer schätzen, sie weniger nachfragen und nicht dafür bereit sind zu zahlen? Nein, nicht wegen der „Gratiskultur“ im Internet, sondern auch – und möglicherweise: vor allem -,  weil Journalisten langweilig und inkompetent berichten.

Weil wir in den vergangenen Tagen viel über das Ende der „Frankfurter Rundschau“ und der „Financial Times Deutschland“ sowie über Mitarbeiterabbau bei „Kurier“ und „Presse“ in Österreich debattiert haben, ist mir dieser Artikel auf der Website des „Gießener Anzeigers“ aufgefallen.

Ein Beispiel von vielen, unspektakulär – für mich aber gerade deshalb ein gutes Beispiel, wie Leser Tag für Tag ein bisschen mehr vergrämt werden.

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Das iPhone als Werkzeug für Journalisten

Das iPhone ist ein Smartphone, mit dem man auch telefonieren kann. Stimmt. Das ist auch für Journalisten nützlich. Logisch. Aber so richtig nützlich wird das Gerät für den mobilen Reporter wegen seiner Vielseitigkeit und der professionellen Qualität der Ergebnisse, die die Arbeit mit dem iPhone bringt. Wie groß mittlerweile die Auswahl an Apps für die journalistische Tätigkeit ist, zeigt der „Mobile Reporting Field Guide„, auf den ich über die Rebelmouse-Seite von Marcus Bösch gestoßen bin. Dieser Leitfaden, der kostenlos als eBook oder im PDF-Format heruntergeladen werden kann, wurde von Studierenden der Berkeley Graduate School of Journalism an der University of California erstellt.

 

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Videos einfach mehrsprachig machen

Immer wieder kommt es vor, dass Videos, die ich in Blogposts verwende, in der falschen Sprache vorliegen. Falsch in dem Sinn, dass ich nicht voraussetzen kann, dass die Leser des Blogeintrags das im Video Gesagte auch einwandfrei verstehen. Das Video mit einer Übersetzung nachsynchronisieren ist zeitaufwändig und oft nicht machbar; eine Übersetzung des Texts im Clip ist holprig. Zum Glück gibt es eine Lösung, die kostenlos und recht einfach umzusetzen ist: Untertitel, die direkt im Video angezeigt werden.

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Umdenken zur Existenzsicherung

Prof. Christoph Fasel (c) KfJ

Journalisten dürften sich nicht an Konzepte für Tageszeitungen klammern, die im Jahr 2012 keine wirtschaftlichen Überlebenschancen mehr haben. Journalisten müssten sich, gut ausgebildet, vielmehr auf die Stärken ihres Handwerks besinnen: verständlich schreiben, den Leserinnen und Lesern Orientierung und Nutzwert bieten. Diese Qualitätsmerkmale würden von zahlungswilligen Kundinnen und Kunden umso mehr verlangt, als die Flut an Information gerade im Internet ständig zunimmt und für Verunsicherung sorgt.

Das sind die Kernaussagen eines Interviews, das ich mit dem Medienwissenschafter, Journalist und Buchautor Prof. Dr. Christoph Fasel im Anschluss an die Diplomverleihung zum Abschluss des 20. Österreichischen Journalisten-Kolleg  des Kuratoriums für Journalistenausbildung  am 29. Juni in Salzburg gemacht habe. Christoph Fasel  war der Festredner an diesem Abend.

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„Wenn Journalismus bleibt, wie er ist, bleibt er nicht“

Miriam Meckel (c) Claude Stahel
Beim „Reporter Forum 2012“ am 14. Juni hat die Kommunikationswissenschafterin Miriam Meckel in einer Videobotschaft die Herausforderungen für den Journalismus der Zukunft aus ihrer Sicht zusamengefasst. „kress. Der Mediendienst“ hat darüber berichtet. Die Zukunft des Journalismus liegt für Meckel nicht mehr darin, die Welt zu erklären, sondern die Dauergespräche und Datenströme zu kuratieren – und dies mit einem möglichst individuellen Stil. Darüber hinaus müssten Journalismus und seine Geschäftsmodelle diverser und wandlungsfähiger werden. Und wer Social Media nicht nutze, verfehle seinen Job, sagte Meckel.

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Kontrollverlust und unberechenbar – Skandale 2.0

Cover Ein Radiointerview, das kaum beachtet wird – ein Student hört es, empört sich. Er twittert seine Kritik, schreibt Mails an Redaktionen. Blogger greifen das Thema auf, so werden Journalisten wieder auf den Fall aufmerksam. Der, der das Interview gegeben hat, fühlt sich missverstanden und tritt zurück. Deutschland braucht einen neuen Bundespräsidenten. Horst Köhler hat sich aus dem Amt verabschiedet, wir schreiben das Jahr 2010.

Die Redaktionen haben ihr Monopol verloren zu entscheiden, was in der massenmedialen Kommunikation wichtig ist. Es liegt nicht mehr allein in der Hand der traditionellen Medienmacher den Grundstein für Skandale zu legen – der Student, der sich über eine Interviewpassage des Bundespräsidenten empört, kann es; der Buspassagier, der einen schimpfenden Mitreisenden in einem Hongkonger Nachtbus filmt und das Video auf YouTube veröffentlicht, kann es.

In der neuen Kommunikationsstruktur erhalten Skandale eine neue Dynamik. Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, und Hanne Detel,  wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen, haben ein Buch darüber geschrieben: Der entfesselte Skandal. Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter.

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Social TV – Gemeinschaftserlebnis Fernsehen

Fernsehen war immer schon ein Gemeinschaftserlebnis. Menschen haben immer gemeinsam ferngesehen, zu Hause mit Familie und Freunden; beim Public Viewing in Massen bei Großereignissen.

Fernsehen ist Social currency. Wer eine Sendung gesehen hat, der kann am nächsten Tag am Arbeitsplatz mit Kolleginnen und Kollegen darüber reden. Wer die Sendung nicht gesehen hat, der fühlt sich mitunter ausgeschlossen.

Diese Funktion geht teilweise bis ganz verloren, weil sich das Programmangebot vervielfacht hat und es die großen Fernsehsendungen, die „man gesehen haben muss“, nicht mehr gibt. Und weil Fernsehen seine Funktion verändert hat und verändert, gerade unter jüngeren Zuschauern. Fernsehen ist nicht mehr das Lagerfeuer, um das sich die Menschen scharren, um Geschichten erzählt zu bekommen und dafür ihre Zeit investieren.

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